Personaltrainer als Sparringspartner!

Wie lange ein Flugzeug in der Luft bleiben kann, sollte man wissen, wenn man Stewardess werden will. Mandy P. (16) überlegt nur kurz, bevor sie sich mutig an eine Antwort wagt. Schließlich geht es noch um nichts, und die Schülerin hatte schnell erkannt, dass Christian Brandt, Personaltrainer aus Lübeck sie zwar fordern, ihr jedoch nichts Böses will. Unter dem Motto „Vorstellungsgespräch in Traumfirma“ startete initiative wissenssponsoring ihr kostenloses Pilotprojekt im Fach Berufsorientierung. Gleich 22 angehende Abiturienten der Gesamtschule Alter Teichweg hatten sich für das ungewöhnliche Bewerbungstraining angemeldet. Nachdem sie die erste Hürde genommen und ihre schriftlichen Bewerbungen ausgearbeitet und pünktlich abgegeben hatten, führten zwölf von ihnen ihre Vorstellungsgespräche mit drei der sieben engagierten Personaltrainer direkt in den Räumen der Schule.

Vorzimmer inklusive

Christine Reimann (44), Gründerin von initiative wissenssponsoring und Projektkoordinatorin, hatte zuvor für Getränke gesorgt und spielt nun die Vorzimmerdame, die die Bewerber "schmoren" lässt.




„Ich würde erstmal klein anfangen“, Daniel P. (17) zögert bei der Frage, welche Pläne er nach Abschluss der Ausbildung habe. Christian Brandt hakt sofort nach: „Wieso klein?“ kommt es wie aus der Pistole geschossen. Der motivierende Blick sorgt jedoch dafür, dass der Schüler nicht vor Schreck verstummt. Schnell entsteht Vertrauen und Daniel beginnt es Spaß zu machen.

Alle Trainer geben wertvolle Tipps und detailliertes schriftliches Feedback.


Im Nebenzimmer bringt Witold Wilden, Unternehmensberater und Coach aus Hamburg, Lennard M. (16) ins Grübeln: „Wo sehen Sie sich in 10 Jahren?“, will er von ihm wissen.





Christopher R. (16) versucht währenddessen Danny Bonewitz, Personalentwickler aus Westergellersen, den Weg vom Abitur bis zum Animator bei Pixar Animation Studios in den USA plausibel zu erläutern – und gleichzeitig seine Nervosität in den Griff zu bekommen. Am Ende atmet er auf: „Ich hab mich wacker geschlagen“, grinst er.

Personalentwickler als Sparringspartner
Eigentlich hatte sich Zakarya K. (16) gar nicht anmelden wollen, da er schon einmal ein Gespräch bei einer Bank hatte. Das reiche, seiner Meinung nach. Dann entschied er sich spontan um und wollte die Gelegenheit nun doch nutzen. Betont lässig lässt er sich im Vorzimmer nieder. Nach einer Weile des Schweigens bricht es aus ihm heraus: „Aber die machen einen da nicht fertig, oder?“ Der Tag in der Bank sei total fies gewesen. Man habe ihn nur zugucken lassen, ihm nicht gesagt, was er zu tun habe und am Ende erklärt, er sei nicht motiviert und habe ja nichts gemacht. Christine Reimann erklärt ihm beruhigend, dass es oftmals mehr darauf ankomme, zu erkennen, wie man wirke, als anzunehmen dass jeder einem ansieht, wie man sich fühlt. Eigen- und Fremdwahrnehmung, ein zeitloses Thema jenseits von Traumjob und Bewerbung. Aus dem Vorstellungsgespräch kommt Zakarya ermutigt und ein wenig aufrechter zurück. Gut sei es gewesen, meint er, und nickt bekräftigend.

Lehrkräfte positv überrascht

Lehrkräfte sind nur als Zaungäste zugelassen, eine ungewohnte Rolle. „Das muss man erstmal begreifen, dass man da keinen zusätzlichen Zeitaufwand hat und etwas Gutes einfach so von Außen kommt.“, erklärt Herr N., der für Berufsorientierung zuständige Koordinator seine anfängliche Skepsis. 


Am Ende des heutigen Schultages sind die Schüler einhellig der Meinung: Sehr informativ, qualitativ hochwertig und rundum hilfreich seien die Gespräche und das Feedback gewesen. Lehrkräfte und Trainer sind sich einig, dass es weitergehen soll und weitergehen muss.

Pressemitteilung

 

 

 

 

 

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